© Habermann und Foehr

Preisträger KAP | Kölner Architekturpreis 2014

Wohnbebauung für die Baugruppe „Baufreunde“ auf dem ehem. Kinderheimgelände in Köln-Sülz

Köln-Sülz

© Habermann und Foehr
Projekt
Wohnbebauung für die Baugruppe „Baufreunde“ auf dem ehem. Kinderheimgelände in Köln-Sülz
Architekt
office03 // waldmann & jungblut gbr: Dipl.-Ing. Dirk Waldmann, Dipl.-Ing. Berthold Jungblut
Bauherr
Baugruppe „Baufreunde“ WEG, vertreten durch Dr. Jan Scholzen

Wohnbebauung für die Baugruppe „Baufreunde“ auf dem ehem. Kinderheimgelände in Köln-Sülz

Foto: Habermann und Foehr
Foto: Habermann und Foehr
Foto: Habermann und Foehr

Preisträger

KAP | Kölner Architekturpreis 2014 – Auszeichnungen

Juryurteil "Kölner Architekturpreis 2014"

Das Wohnbauprojekt der Baugruppe umfasst insgesamt 18 Wohnungen für verschiedene Haushaltstypen, vor allem Familien mit Kindern. Über einen Zeitraum von 3 Jahren entstand nach über 100 Gruppentreffen mit Hilfe des Architekturbüros office 03 ein Konzept für eine Wohnanlage, die sich den Wohnwünschen der 67 Bewohner so unterordnet, dass die individuellen Wohneinheiten den unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden und dennoch eine einheitliche Gesamtwirkung der beiden Gebäuderiegel mit ihren verbindenden Grünflächen entsteht. Dieses Ziel ist auf beeindruckende Weise durch sorgfältige und kluge Gestaltung von Innen- und Außenräumen erreicht worden. Die Häuser sind im Inneren vielfältig gegliedert, wobei sich die Wohnungen vertikal über zwei oder drei Geschosse erstrecken, aber auch eingeschossige Wohnungen enthalten. Jede Wohnung hat einen zugehörigen Garten oder eine großzügige Dachterrasse. Diese privaten Außenräume tragen durch die Gestaltung, Bepflanzung und Pflege zu einem facettenreichen gemeinsamen Innenhof bei, ohne dass dieser blockhaft geschlossen sein müsste.

Im Kinderheimquartier, das in sieben Viertel aufgeteilt und von unterschiedlichen Bauherren oder Bauträgern mit völlig verschiedenen Wohnkomplexen bebaut worden sind, bildet die Anlage der Baufreunde das überzeugendste Beispiel für eine offene und nutzerorientierte Bebauung, bei der Individualisierung und einheitliche Gesamtwirkung nicht im Widerspruch zueinander stehen. Hier wird ein Beispiel für den Mehrwert gegeben, den im Unterschied zu den benachbarten Lösungen ein Gruppenprozess mit Architekten, die diesen aufzunehmen und weiterzuführen verstehen, zum Ergebnis haben kann. Dieses Beispiel, eingebettet in ein kluges städtebauliches Konzept, zeigt auch, wie städtisches Wohnen jenseits von Schematismus und Regellosigkeit heute aussehen kann.