© Gereon Holtschneider

Preisträger KAP | Kölner Architekturpreis 2014

Neugestaltung des L.-Fritz-Gruber-Platzes in Köln

Köln

© Gereon Holtschneider
Projekt
Neugestaltung des L.-Fritz-Gruber-Platzes in Köln
Architekt
scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf und Burkhard Wand Lichtplanung, Hamburg
Bauherr
Stadt Köln – Stadtplanungsamt und Amt für Straßen und Verkehrstechnik

Neugestaltung des L.-Fritz-Gruber-Platzes in Köln

© Holtschneider
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© Gereon Holtschneider
© Gereon Holtschneider

Preisträger

KAP | Kölner Architekturpreis 2014 – Auszeichnungen

Juryurteil "Kölner Architekturpreis 2014"

Mit der Gestaltung des L.-Fritz-Gruber-Platzes haben die scape Landschaftsarchitekten aus Düsseldorf zum Gedenken an den berühmten Fotografen, Sammler und Kurator das Thema Licht und Fotografie überzeugend in ein Bild/eine Inszenierung/eine Szene gesetzt und andererseits einen schönen innerstädtischen Platz den Bewohnern von Köln zur Aneignung gegeben.

Schon die Tatsache, dass Autos und Mülleimer vom Platz entfernt werden konnten, begeistert.

Auf eine zurückhaltende anmutige Art wurde dieser Platz scheinbar fast leer gelassen, und die drei 4 m langen weißen, steinernen, monolithischen  Steinbänke am Rande der hellen Fläche laden den sich dort niederlassenden Passanten zum Verweilen lund Beobachten ein. Die scheinbar einfache  Platzgestaltung nimmt sich gegenüber den starken, denkmalgeschützten Fassaden der 20er und 60er Jahre sowie der charakteristischen Fassade des Museums Kolumba zurück. Die den Platz umgebende Architektur wird ganz neu wahrgenommen (…)

Der Platz ist jetzt eine klare, offene Fläche; ein durchgehender Pflasterteppich aus dunklem ortstypischen Basalt-Kleinsteinpflaster, von dem man meint, er sei schon immer da gewesen, umrahmt eine großes eingelegtes helles Rechteck von 34 mal 9 Meter. Dieses leere Rechteck aus weißen Betonplatten mit dem Seitenverhältnis von 6:9, dem Format einer Kleinbildkamera schafft eine Projektionsfläche für die auf die Platzfläche fallenden Schatten. Die leere Bildfläche wird durch das Licht- und Schattenspiel der Bäume sowie der Passanten auf dem Platz gefüllt. Der Platz wird so zum Foto.

Wenn sich abends das Licht in der abgependelten, metallisch-spiegelnden Hohlkugel von 120cm Durchmesser langsam aufbaut zu einer hellen, scharfen Theater-Projektionsbeleuchtung, wird der Passant zum Akteur, dessen Schatten wie eingebrannt wirkt in die helle Bodenfläche. Dieser Effekt, die Verwandlung des vorhandenen Dreidimensionalen ins zweidimensionale Abbild auf der hellen Platzfläche, ist eine poetische und raffinierte Bilderfindung als Hommage an den Namensgeber des Platzes.

Das Zitat von Man Ray: „Alles kann durch das Licht verändert, deformiert oder eliminiert werden. Es ist genauso geschmeidig wie der Pinsel“, ist in Edelstahlbuchstaben in den Rahmen des Boden belagsbündig eingelassen, als eine weitere Anregung, über das Thema Fotografie oder Licht und Schatten nachzudenken.