Preisträger HANNES-MEYER-PREIS 2012

Kunststiftung Sachsen-Anhalt

Halle

Projekt
Kunststiftung Sachsen-Anhalt
Architekt
AHM Architekten BDA, Berlin
Bauherr
Bauherr: Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt

Kunststiftung Sachsen-Anhalt

Die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, die im Februar 2005 ihre Arbeit aufnahm, fördert zeitgenössische Kunst in Sachsen-Anhalt. Durch die Vergabe von Stipendien und Projektfördermitteln unterstützt die Stiftung Projekte der bildenden, angewandten und darstellenden Kunst, der künstlerischen Fotografie, der Literatur, der Musik, des Films, des Designs, der Architektur und der Medienkunst sowie interdisziplinäre Projekte.

Das ehemalige Wohnhaus aus dem Jahre 1924, welches sich in unmittelbarer Nähe der Kunsthochschule Burg Giebichenstein befindet, ist nicht allein zum Sitz und zur Geschäftsstelle der Kunststiftung umgebaut worden, sondern ist vor allem eine Plattform für die Künstler Sachsen-Anhalts und bietet Raum für Begegnungen von Künstlern und Publikum, Kunstvermittlern und Galeristen, Verlagen und Produzenten. Diese anspruchsvollen Nutzungsanforderungen mussten aufgrund der durch den Bestand vorgegebenen Bedingungen im Wesentlichen auf zwei Etagen realisiert werden. Zentraler Kern ist eine neu errichtete, geschossübergreifende Galerie mit Tageslichtdecke, die als Aktions- und Präsentationsraum dient. Die historische Treppe des Altbaus wurde dabei durch das Öffnen der ehemaligen Außenwand zu einem räumlichen Mittelpunkt der Ausstellungsflächen. Mit ihrem Zwischenpodest bildet sie die Empore zur Kunstgalerie. Großflächige Fenster ermöglichen ausgewählte Ausblicke in den dem Gebäude vorgelagerten Garten, welcher gegenüber dem Straßenraum mit einer mehrfach abgestuften Umfassungsmauer abgeschlossen wurde. Der Bezug zum Stadtraum und umgekehrt zu dem Gebäude selbst wird jedoch nicht verstellt. Bewusst eingefügte Öffnungen gewähren dezente Einblicke und machen damit neugierig auf einen Besuch des Hauses.

Um die neue Nutzung im Stadtraum widerzuspiegeln, erhielt der nördliche Bauteil des Altbaus eine vorgehängte hinterlüftete Fassade aus spezifischen profilierten Betonplatten, die in einer Manufaktur eigens für das Projekt angefertigt wurden. Durch die Struktur wird ein plastisches Licht- und Schattenspiel auf der Fassade erzeugt und gleichzeitig eine differenzierte Nah- und Fernwirkung erreicht. Die Gestaltidee basiert auf einer Konzeption der Künstlerin Judith Runge aus Halle.

Preisträger

HANNES-MEYER-PREIS 2012 – Anerkennung